Der Entwicklungsbereich

Im Entwicklungsbereich wird die eigentliche Entwicklungsarbeit in Form der Erarbeitung von verschiedenen Standardanwärtern geleistet. Mitglieder des Vereins (ggf. zusammen mit weiteren Dritten) finden sich zu Kooperationen, Konsortien oder Projekten außerhalb des Vereins zusammen und übernehmen verschiedene Entwicklungsarbeiten, mit dem Ziel einen oder mehrere Standardanwärter zu erarbeiten. 

Das Konsortium – Inkubator des Catena-X-Ökosystems

 

Catena-X entstand als Initiative einer Gruppe von Unternehmen unter dem Titel der „Automotive Alliance“ bereits 2020. Sie einte die Vision eines sicheren und souveränen Datenökosystems für alle Akteure der Wertschöpfungsketten in der Automobilindustrie. Im Jahr darauf schlossen sich zahlreiche weitere Unternehmen der Vision an.

Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat sich von dieser Vision überzeugen lassen und förderte das Vorhaben. So entstand das Catena-X-Konsortium (Laufzeit 01.08.2021-31.07.2024), das 28 Verbundpartner aus Forschung und Industrie mit der gemeinsamen Vision eines datengetriebenen Wertschöpfungsnetzwerkes aller Akteure der deutschen und europäischen Automobilindustrie vereinte. Die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages war die Geburtsstunde dieses ersten Catena-X-Konsortiums, das im August 2021 offiziell die Arbeit aufnahm. Damit ist das Konsortium der Initiator von Catena-X insgesamt sowie der Inkubator des Catena-X-Ökosystems.

Zu den Konsortialpartnern gehören diese 28 Mitglieder:

Neben namenhaften Automobilherstellern und Zulieferern, branchenübergreifenden Unternehmen, IT-Spezialisten und Forschungseinrichtungen stehen im Kernkonsortium gleichberechtigt kleine und mittlere Unternehmen, deren Anforderungen ab Projektstart in die Entwicklungsarbeit einfließen.

Zukunftsinvestition in gemeinsame Lösungen

Große Umbrüche und Herausforderungen sind momentan von der Fahrzeugbranche zu bewältigen. Die gemeinsame Datennutzung über Unternehmensgrenzen hinweg spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Um die übergreifende Datennutzung auf Basis von Gaia-X zu unterstützen, gibt die Bundesregierung im Rahmen des Programms 35c des Konjunkturpakets einen Investitionsimpuls für Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie.

Vor diesem Hintergrund kooperieren die 28 Verbundpartner gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) für den initialen Aufbau eines Daten-Ökosystems und bilden gemeinsam die Catena-X-Werkbank. Das Verbundvorhaben läuft bis zum 31.07.2024 – weitere Konsortien können und sollen im laufenden Betrieb folgen.

Das Projektkonsortium ist die „Werkbank“ von Catena-X

Unter anderem im Konsortium fand und findet die eigentliche Entwicklungsarbeit statt: Es wurden konkrete Lösungen erarbeitet, die im späteren Verlauf zur Anwendung durch die relevanten Nutzer gebracht wurden. Im Fokus stand hier die Entwicklung technologischer Grundlagen, wie dem Datenraum-Konnektor („Eclipse Dataspace Connector“) und dem Catena-X-Portal, sowie konkrete Pilotanwendungen. Dies geschah entlang von zehn Anwendungsfällen, für die das Konsortium Serviceangebote entwickelt hat, mit denen Unternehmen schnell einen konkreten Mehrwert für ihre Produktion oder Dienstleistung ableiten können. Dabei strebte das Konsortium möglichst frühe Veröffentlichung erster Projektergebnisse in Form von MVPs (Minimal Viable Products) an. Das hatte den Vorteil, dass die gelieferten (Zwischen-) Ergebnisse frühzeitig mit den tatsächlichen Anforderungen in der Praxis abgeglichen werden konnten.

Erfahren Sie mehr über Anwendungsfälle

 

Was in der Werkbank entwickelt wird, durchläuft später die Zertifizierung durch den Catena-X-Verein, bevor es in den Betrieb geht. Ergebnisse des Konsortiums sind zudem Anwärter auf Standardisierung durch den Verein.

Nicht zuletzt spielt das Konsortium eine wichtige Rolle bei der anschaulichen Darstellung und Aufbereitung sowie dem Transfer von Arbeitsinhalten: So erhalten die Ergebnisse die notwendige Aufmerksamkeit und Verbreitung, um ihre Wirkung und ihren Nutzen weitreichend zu entfalten.

Unsere agile Zusammenarbeit – schlanker „Agile First“-Ansatz nach SAFe®

Das Catena-X-Konsortium ist nicht einfach ein klassischer Forschungsverbund mit 28 individuellen Unternehmen, sondern eine „Delivery Organization“, die nach dem SAFe®-Ansatz zusammenarbeitet – warum? 

Bei der Entwicklung eines Daten-Ökosystems für die Automobilindustrie innerhalb von nur drei Jahren arbeiten initial 28 Unternehmen und Einrichtungen mit vielen weiteren Partnern in einem sich ständig erweiternden Netzwerk und einem sich stetig verändernden Umfeld. In vielen Dimensionen wird dabei Pionierarbeit geleistet. Diese Komplexität und Größe des Catena-X-Projekts lassen sich nur mit einem Ansatz managen und steuern, der auf agilen Standards basiert. Für das Catena-X-Projekt fiel die Wahl auf einen skaliert-agilen Ansatz nach SAFe®. Das SAFe® Framework ist das weltweit führende Framework für Business Agility mit über 20.000 Implementierungen. 

Die Vorteile agiler Methoden für Arbeit und Entwicklung sind im Catena-X-Projekt vor diesem Hintergrund besonders wertvoll: 

  • Nutzung von Synergiepotenzialen 

  • Management von Abhängigkeiten 

  • Effizienteres Risikomanagement 

  • Schnelles Reagieren des laufenden Projekts auf Veränderungen, wie z.B. wechselnde Mitarbeiter und neue Rahmenbedingungen 

  • Schnell auf verschiedenen Ebenen reagieren können

  • Kommunikation zwischen verschiedenen Bereichen verbessern 

  • Frühestmögliche Einbeziehung von Zielgruppen, frühes Zielgruppen-Feedback 

Konsortialleitung

Zuständig für die Koordinierung der Teilaufgaben des Gesamtprojekts Catena-X ist der Projektpartner BMW AG (Portfolio Management). Aufgabe des Portfolio Managements ist es, die einzelnen Partner zu koordinieren und das Guidance Board zu leiten.

Konsortialleiter und Portfolio Manager Oliver Ganser (BMW AG) koordiniert und orchestriert im Rahmen des Portfolio Managements die Roadmap, Planung und Synchronisation zur übergreifenden Erreichung der Catena-X-Ziele.

Unterstützt wird das Projekt Management bei dieser Arbeit von einem Projektbüro (Agile PMO). Das Guidance Board ist in der Struktur des SAFe®-Ansatzes die finale Instanz der Projektsteuerung.

Der Portfolio Manager stellt im Catena-X Umfeld die Schnittstelle dar zwischen dem Lieferprojekt und der strategischen übergeordneten Portfolio Ebene. Er koordiniert und verantwortet die Gesamt-Orchestration des Portfolios, inklusive zentraler Events und der Priorisierung des Impediment Backlogs und führt Enterprise Architects und das Agile PMO (APMO).

 

Leitung der Arbeitsebene

Die Arbeitsaktivitäten des Catena-X-Konsortiums sind in Form sogenannter Agile Release Trains (ARTs) definiert. Ein ART besteht aus mehreren agilen Teams, die im Zusammenspiel untereinander und mit anderen Stakeholdern von Catena-X Lösungen schrittweise entwickeln, liefern und weiterbetreiben.

Data Space Technologie ART

Product Manager Chris Schlueter Langdon (T-Systems)

Catena-X Core ART

Product Manager Daniel Miehle (BMW)

Catena-X Core ART

Product Manager Jörg Könning (SAP)

Production ART

Product Manager Roland Rosen (Siemens)

Production ART

Product Manager Gerhard Rausch (ISTOS GmbH)

Lifecycle Vehicle Use Cases ART

Product Manager Markus Hauser (BMW)

Lifecycle Vehicle Use Cases ART

Product Manager Oliver Schlienz (ZF)

Oliver  Ganser

Oliver Ganser

Vorstandsvorsitzender Catena-X Automotive Network e.V., Konsortialleiter Catena-X Automotive Network